Fatal Banal: FC - Abstieg nur eine Sparmaßnahme der Stadt

 

Dieses Jahr legt Fatal Banal auf lokale Ereignisse größeres Gewicht - "Arsch Huh" , Oper, FC und Ehrenfeld sind Thema. Doch natürlich kommt auch die "große" Politik nicht zu kurz...

Fatal Banal 2013 Präsi Christoph Stubbe

 

 

Ups - es ist schon die 22. Premiere, die Fatal Banal feiert - mensch, wie die Zeit vergeht. Doch weiterhin im wesentlichen jung präsentiert sich das Ensemble um Präsident "Präsi" Christoph Stubbe.

In der ersten Sitzungshälfte konnten jedoch manche Sketche nicht ganz mit dem Niveau der gesamten Sitzung mithalten, während die 2. Sitzungshälfte durchaus wieder das gewohnte hohe Niveau erreicht und ein karnevalistisches Vergüngen der Sonderklasse darstellt.

 

Fatal Banal 2013 - Günni

Insgesamt war das Programm vielleicht nicht ganz so bissig wie in den Jahren zuvor, dafür hat es das Ensemble von Fatal Banal verstanden, das Publikum immer wieder mit stimmungsvollen Stücken zum Aufstehen oder zum Mitschunkeln zu bewegen. So tauchte als Running Gag immer wieder an verschiedenen Stellen im Saal der "Schunkel-Verrückte" Gunni (Rainer Braun-Paffhausen) auf und veranlasste das Publikum in seiner mitreißenden Art zum Mitmachen auf.

 

 

Fatal Banal 2013, Mieke Stoffelen

 

Für unfreiwilige Komik sorgte in der ersten Hälfte ein "Kasperletheater-Stück", das sich mit der gewöhnungsbedürftigen Sprache unserer Jugend befassst. Aus einem offenbar versehentlich offenen Micro eines nicht auf der Bühne vertretenen Darstellers aus dem off war zu hören: "Das war ja wohl nichts!" Das sorgte dann noch für viele Lacher zu dieser Nummer.

 

Und auch der SMS-Sketch in der ersten Hälfte konnte nicht so ganz überzeugen. Eine gelangweilte Hausfrau schickt ihrem beruflich unter Stress stehenden Ehemann eine banale SMS nach der anderen, während er am Ende unter der Last von Arbeit und SMS zusammenbricht.

Allerdings spielt wiederum auch der witzigste und kritischste Sketch in der ersten Hälfte: In der Retrospektive auf die Vorbereitungen von "Arsch Huh" zeigt sich, daß dieses Jubiläumskonzert doch nur mit großen Hindernissen organisiert werden konnte:

Fatal Banal 2013 Arsch huh

Mit Unverständnis registriert das "Arsch Huh"- Komitee, daß die Veranstaltung nicht am Chlogwigplatz genehmigt wird: "Da gibts zwar einen Tunnel, aber der ist doch mindestens bis 2018 nicht in Betrieb!" Und wer alles teilnehmen möchte. Peter Millowitsch. "Ja, wenn Dein Vater noch am leben wäre." bekommt er zur Antwort. Und das "Arsch Huh" Mottolied von Nikuta hat es in sich: "Nazis russ uss Kölle, dat is wat we wölle! Und bliev doch noch einer drin, dann richten wir ihn hin!" Und Jürgen Becker kommt nur, wenn es Freibier gibt...

In der zweiten Runde von Fatal Banal präsentiert man sich wieder durchgängig kritisch, originell und humoristisch auf einem hohen Niveau. 

Fatal Banal 2013, Mieke Stoffelen, Mario Michalak

 

Hier treten auch die beiden Neuzugänge bei den Akteuren, Mieke Stoffelen und Mario Michalak, als Karnevalshasser mit ihrer grandios gespielten lust- und stimmungslosen Mimik in Erscheinung. Sehr schön, wie das Publikum auf Miekes Befehl anfängt zu schunkeln und Mario, der einfach Urlaub braucht, zur Herausgabe der Ukulele zwingt - die Mieke dann gekonnt trocken zur Geltung bringt.

 

 

Fatal Banal 2013, Chantalls Mutter

 

 

 

Kurzweilig Susanne Hermanns als Chantalls Mutter, deren Tochter ja vielleicht doch trotz aller häuslichen Defizite noch an einen gebildeten Mann gerät - dem türkisch stämmigen Nachhilfelehrer.

 

 


 
Von der großen Politik ("die DHL kann die Rettungspakete gar nicht so schnell zustellen, wie sie geschnürt werden") bis in die Niederungen der 2. Liga des FC Köln (angesichts leerer Stadtkassen eine Sparmaßnahme), an der im übrigen für immer und ewig Solbakken schuld ist - Fatal Banal läßt auch dieses Jahr nichts aus. Auch die SPD nicht!
Mit der Kanzlerkandidatsnominierung hat die SPD zwei Entscheidungen gefällt:
1. Peer Steinbrück wird Kanzlerkandidat
2. Angela Merkel bleibt Kanzlerin



       

 

Genau wie im letzten Jahr überzeugte die Hausband 'Six Jeck'. Neben vielen präsentierten Musikstücken wurden auch einige Nummern super untermalt. Nach der eigentlichen Sitzung heizte Six Jeck dem noch reichlich gebliebenen Premierenpublikum im musikalischen Nachprogramm noch reichlich ein.

Insgesamt auch für Dauer-Fatal-Banal Besucher wieder ein sehr vergnüglicher Abend, was auch an der Reaktion vom Publikums im ausverkauften Saal des Bürgerzentrums Ehrenfeld zu erkennen war. Und so singen wir doch begeistert mit, wenn es heißt: "Mer lasse de Moschee in Kölle..."



18.Januar 2013
Text: ms, Fotos: dk, Video: youtube (KabarettAZ)