Immisitzung 2012 - wer die nicht versteht, spricht kein Deutsch...

 

Immisitzung 2012 Katja Solange Wiesner

 

Was in Köln zweimal stattfindet, ist schon Tradition!

 

Die Immisitzung ist in der dritten Session - und hat sich damit vollständig im Kölner Karneval integriert. Liebe Kölner und Jecken: Da wächst nicht etwas heran - es ist schon da, und das zum Glück. Denn von jeher lebt Köln ja von seinen Immis - und diese Immis der Immisiztung tun dem Kölner Karneval gut! Präsidentin Katja Solange Wiesner - eigentlich kein Immi, sondern in Kölle geboore - spricht breitestes Kölsch und führt äußerst präsent durch die Sitzung.

 

Myriam Chebabi erinnert gekonnt an Trude Herr. Insgesamt bereitet das 12-köpfige, selbstverständlich internationale, Ensemble zusammen mit der sechsköpfigen Band drei äußerst vergnügliche Stunden, wo es auch, aber nicht nur um "Immithemen" geht - die Immisitzung ist thematisch äußerst vielseitig:
 
Da wird die Wirtschaftslage frei nach Tim Bendzko mit "muß nur noch kurz mein Geld retten" aufgegriffen, natürlich ist Griechenland präsent: "Wenn wir die griechische Demokratie retten wollen, darf Papandreou nicht mit!"


Die Immisitzung 2012 gibt sich zeitweise äußerst bissig, bei Wirtschaftsthemen ("Möllemann war Vorreiter in Sachen Rettungsschirm"), beim Thema Terrorismus ("Bin Laden ist schon wieder untergetaucht") und natürlich beim Thema Ausländeramt: Hätte er es mit dem heutigen Ausländeramt zu tun, wäre Hitler in Österreich Maler geblieben.

 

Immisitzung 2012Immisitzung 2012


Lustiges (der 13jährige Sohn sitzt mit einschlägigen Magazinen auf dem Klo: C't, PC-Welt, Computerbild) und Kritisches (Gospelsong: Die Stadt Köln baut) wird immer amüsant und charmant präsentiert. Besonders schön: Eine Hommage zugleich an Loriot und an den 1. FC Köln: Nachgespielt wird der Rennbahn-Sketch „wo laufen sie denn?“ passenderweise gemünzt auf den 1. FC und das Präsidium.

 

Am beeindruckendsten sind aber die Gesangseinlagen der Immisitzung: Sie werden immer auf hohem Niveau dargeboten. David Caravaggio glaubt man, daß ein Italiener singen muß...; Die Lieder von Victoria Riccio sind ein Genuss, Myriam Chebabi (das kölscheste Mädel vom Zuckerhut) überzeugt und die Band könnte sich ja vielleicht überlegen, auch ausserhalb der Sitzung zusammen zu spielen - es wäre jedenfalls ein Gewinn für Köln. 12 neue Songs bieten die Immisitzung - und es ist ein Riesenspaß, sie alle zu hören.

 

Immisitzung 2012 BandImmisitzung 2012

Die Atmosphäre im Stollwerk ist - nicht zuletzt dank des Caterings durch "Mama Zdenka" - familiär und angenehmen. Auffallend allerdings: Das begeisterte Publikum bei der Premiere war überwiegend deutsch. Aber es ist natürlich auch eine kölsche Eigenart, sich für "Immis" zu interessieren. Und die Immisitzung 2012 ist nicht zuletzt auch eine Liebeserklärung an Köln. Einige der 14 Sitzungen sind ausverkauft - es gibt aber noch Karten. Unsere Empfehlung: Hingehen


Text/Fotos: ms/Immisitzung