Loss mer singe

  

 „Loss mer singe“ entstand in einer Wohnküche in Nippes wo der Erfinder der Mitsinginitiative, Georg Hinz, seine Freunde fit für die Karnevalssession machen wollte. Jeder bekam einen Zettel mit den Refraintexten, dann wurden mit ein paar einleitenden warmen Worten die mutmaßlich besten Neuvorstellungen der Session abgespielt. Höhepunkt der kleinen Vorkarnevalsparty war die Abstimmung über den Hit der Session.  Seitdem hat sich nicht viel am Konzept geändert: Mitsingen, Mitfeiern, Mitstimmen, Mitmachen – das ist im Wesentlichen „Loss mer singe“. Die Mitsinginitiative pflegt die einzigartige kölnische Liedkultur in einer Stadt, in der und über die jedes Jahr so viele neue Lieder geschrieben und komponiert werden wie wohl in keiner anderen Stadt auf der Welt. „Loss mer singe“ ist also im besten Sinne Brauchtumspflege.

Loss mer singe mit Publikum

Alternativer Karneval?

Ob "Loss mer singe“ zum „alternativen Karneval“, gehört oder nicht, ist müßig zu diskutieren. "Loss mer singe" feiert den klassischen Volkskarneval, der immer vom Mitmachen geprägt ist. Fastelovend als interaktives Volksfest für jedermann – das ist durchaus auch die Ursprungsidee des offiziellen Karnevals. Leider wird sie allzu oft vergessen. „Loss mer singe“ sieht das ganz undogmatisch. Und so hat auch schon das ganze Festkomitee und manches Traditionskorpsmitglied mitgesungen sowie manches Kölner Dreigestirn mit und ohne Ornat mitgeschunkelt.

Einsingen für den Kneipenkarneval

Das Herzstück der Bewegung ist die Kneipentour, bei der seit 2001 das ehrenamtlich arbeitende und feiernde „Loss mer singe“-Team durch die Stadt bis zum östlichsten Vorort Berlin zieht. Hier werden mit Textzetteln als Mitsinghilfe Neuvorstellungen präsentiert. Zwanzig Titel, die nach einem ausgeklügelten Vorauswahlsystem gefunden werden, werden präsentiert und zur Abstimmung gestellt. Am Ende der „Kölschkultour“ wird der Hit der Session gekürt. Während der Tour werden im Rahmenprogramm auch viele alte kölsche Lieder wieder belebt.

Loss mer singe

Das Spiel mit der Tradition

Die Idee, unbekannten Interpreten dieselben Chancen zu geben wie den Großen des Fastelovends, um Neues zu entdecken und die Vielfalt zu fördern, spiegelt sich auch im Programm der "Loss mer Singe"-Sitzung, die einmal im Jahr im Theater im Tanzbrunnen gefeiert wird. „Loss mer singe“ setzt einen bewussten Akzent im traditionellen Karneval, lässt weg, was im üblichen Sitzungskarneval langweilt und pflegt trotzdem die klassische Sitzungskultur. Neue Talente werden über ein Live-Casting gesucht, für das man sich das ganze Jahr über bewerben kann.

Programm fürs ganze Jahr

Im Laufe der Jahre haben sich immer neue Aktivitäten herausgebildet: Eine Konzertreihe mit Textheft mit vielen alten und neuen Kölner Bands findet jedes Jahr im Herbst viele Fans. Partys gehören genauso zum Programm wie ein Sommerfest und Weihnachtssingen. Hinzu kommen viele Aktionen zu besonderen Anlässen. Mit Veranstaltungen in Berlin, München oder auf Mallorca half das „Missionwerk“ für mehr Mitingkultur im Fastelovend Exil-Rheinländern in deren Einsamkeit.

Erlöse für viele gute Zwecke

Neben dem Engagement für die kölsche Liedkultur und die Brauchtumspflege unterstützt „Loss mer singe“ viele Projekte und gemeinnützige Vereine. So helfen uns die Einnahmen aus einigen Veranstaltungen dabei, einmal im Jahr unter dem Motto "Loss mer singe für Pänz" im Domforum ein wunderschönes Mitsingfest für kleine Jecke zu veranstalten. Der größte Teil der Einnahmen vom  "Loss mer singe“-Sommerfest fließt in die soziale Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen. Mit dem „Loss mer singe“-Casting und dem damit verbundenen Förderpreis für einen Bewerber werden neue Talente im Fastelovend unterstützt. Im Oktober 2010 hat "Loss mer singe" erstmals ein neu entwickeltes Schulprojekt komplett finanziert: Einem sechsten Jahrgang einer Kölner Schule wurde eine Projektwoche unter dem Motto “Kölle es” spendiert.

Vereinsmeierei

Anfang 2009 haben sich die Mitstreiter von "Loss mer singe“ zu einem eingetragenen Verein zusammen geschlossen. Ohne eine solche Struktur schienen die vielfältigen Aktivitäten nicht mehr organisierbar. Der Verein ist für alle „Loss mer singe“-Aktivitäten in Köln verantwortlich und hat zurzeit 32 Mitglieder, die den Verein ehrenamtlich unterstützen und mitarbeiten.

 

www.lossmersinge.de