11 Jahre Röschensitzung -

zum karnevalistischen Jubiläum der Schwulen- und Lesbensitzung kommt endlich auch die Queen.

 

Röschensitzung 2015 - Marion Radtke, Matthias Brandebusemeyer

Fast ist die Röschensitzung mittlerweile mehr Revue als Karnevalssitzung – fast vier Stunden rocken insbesondere das Moderatorenteam Marion Radtke und Matthias Brandebusemeyer bei der Premiere das Publikum, welches wieder zu fast 60% aus Heten bestand. Kein Wunder, stand doch auf der Einladung extra „Hetero friendly“.

Doch auch die Heten können dem Mottolied der Röschen nur zustimmen: „Köln ist der geilste Arsch der Welt...“ und so wird fast vier Stunden gefeiert. Vielleicht täuscht der Eindruck, aber es könnte sein, dass die Zahl der Musikeinlagen im Vergleich zu den Vorjahren noch zugenommen hat. Dies ist kein Nachteil, denn gerade dies wird vom Publikum dankbar angenommen und auch die Akteure sind mit sichtbarer Begeisterung dabei.

Röschensitzung 2015 - Dada Stievermann, Claus Vincon

Natürlich kommt auch „das“ Thema der Röschensitzung nicht zu kurz: Die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben ist Bestandteil fast aller Nummern und „Büttenreden“. Prominente Unterstützung in diesem Jahr kommt dabei insbesondere von Camilla (Dada Stievermann) & Prinz Charles (Claus Vincon), die zu „Echte Fründe stonn zsamme“ in den Saal einzogen und feststellten, dass es doch zwischen ihnen und den Schwulen und Lesben starke Verbindungen gibt und die Schicksale sich ähneln – so stellen die beiden fest: „Wie lange muss man durch Scheisse waten, bis man zu sich selber findet“ - „ein Outing“, so Prinz Charles, „hätte mich zerfetzt“.

Mittlerweile glücklich stellt Camilla fest, dass beim prinzlichen Gemahl nicht nur die Ohren groß sind und der Name „Willy“ für den königlichen Sproß ausgesprochen sinnvoll ist.

„Was lange währt, wird endlich gut, zum glücklich sein gehört auch Mut“ rufen die Beiden der Gemeinde zu“, insbesondere der CSD hätte die beiden unterstützt.

Röschensitzung 2015 - Shakespeares

Das Shakespeare vermutlich bisexuell war, ist nicht neu – doch dass er heute vermutlich sagen würde „Je suis Charlie“, ist ein Punkt, auf den Matthias Brandebusemeyer in seiner Rede gekonnt hinweist. Und auf einige „kleinere Details“ in Shakespeares Leben ebenso, wobei bei „Brandebusemeyer der „Marlowe Theorie [http://de.wikipedia.org/wiki/Marlowe-Theorie]“ eine neue These zukommt: „Das ist Christopher Marlowe, ich sprach ihn an, wir haben getrunken, gefickt und gelacht“.

Röschensitzung 2015 - Mary Poppel

Schön auch die Neuinterpretation vom Musical „Mary Poppins“, wo „Mary Poppel“ den 16jährigen Filius des Hauses seiner schwulen Bestimmung zuführt und er zu seiner Sexualität stehen lernt: „superschwul, transgender, bi und auch noch ziemlich lesbisch“ wird statt „Superkalifragilistikexpialigetisch“ intoniert. Was ja möglicherweise auch richtiger ist.

Andere Themen spielen in dieser Session nur eine Randrolle und begnügen sich größtenteils auf den Jahresrückblick: „Keiner ist mehr Papst, dafür sind wir alle Weltmeister“ oder sie werden vielleicht mal „by the way“ berücksichtigt, wenn ein „Hauptthema“ es zuläßt: „Apropo Sex: Die von der Leyen hat jede Menge kaputtes Spielzeug“. Nein, nicht im Schlafzimmer.

Wichtiger war es zu tanzen, Spaß zu haben und mitzusingen – vorleben ist mitunter interessanter als vortragen. Unterstützt werden die Röschen dabei von den Pink Poms, die auch ihre Auftritte bei „Deine Sitzung“ haben und auch diese Session wieder die Partynummer der Röschen sind – wobei sie sich in starker Konkurrenz zu den „Burning Feet“ befinden.

Röschensitzung 2015 - Pink PomsRöschensitzung 2015 - Stephan Runge

Stark auch wieder Nina Klopschinski, die eine schöne Hommage an Conchita Wurst singt und insbesondere mit einem „neu getexteten“ Beatles-Medley das Publikum begeistert. Ebenfalls hör- und sehenswert: Das Duo Freddy Mercury (alias George Le Bonsai) und David Bowie (Stefan Runge).

 

Noch nicht ganz ausverkauft, kann man (Stand 26. Januar) noch Karten bekommen bei

Aidshilfe Köln: - im Empfang der Aidshilfe Köln, Beethovenstraße 1, 50674 Köln, Öffnungszeiten: Mo-Fr / 9-17 Uhr

- per telefonischer Bestellung unter 0221 / 202030 (Mo-Fr / 9-17 Uhr)

- per Emailbestellung an: info@aidshilfe-koeln.de (unbedingt mit Angabe der Postanschrift + Bankverbindung).

 

Text/Fotos: ms/dk - 26. Januar 2015