Nikuta rockt die Röschen

 

"Gewohnt" partyfreudig, schlagfertig und bissig präsentiert sich in der Session 2016 die Röschensitzung. Dazu haben die Röschen jedoch in dieser Session einen besonderen Gaststar, der zu jeder Sitzung zugesagt hat: Marie-Luise Nikuta. Und sie ist der Star diser Sitzung und nahm das Premierenpublikum locker für eine halbe Stunde mit - am Ende tanzten die Gäste auf den Bänken und Nikuta genoss sichtlich ihren Auftritt.

Es passt einfach - Nikuta und schwul-lesbischer Karneval und es ist vielleicht ein Zeichen für die Integrationskraft Kölns und Karneval und Schwulsein - alle hatten Spaß an diesem gelungenen Auftritt und auch wenn dieses Lied nicht zum Repertoire Nikutas gehörte: So sin mer all he hin jekumme. Man feierte einfach und hatte gemeinsam Spass. So dankte denn auch Hella von Sinnen Nikuta - sie war die erste, die beim Vorläufer der Röschen, bei der Rosa Sitzung auftrat und ein Zeichen für Akzeptanz und Toleranz setzte. Die Verbundenheit des schwul-lesbischen Karnevals und Nikuta existiert seit Jahren.

Neben ihrem Stargast setzt die Röschen-Sitzung in dieser Session auf ihr mittlerweile "langjähriges" und bewährtes Team, dem man den vertrauten Umgang miteinander anmerkt - allem voran dem Moderatoren-Duo Marion Radtke und Matthias Brandebusemeyer: die beiden sind auf der Bühne zu Hause und durch nichts zu erschüttern.


Vielleicht ist mittlerweile sogar die Improvisationen ihre größte Stärke: "Teile unserer Moderation würden Euch verunsichern. Und de Maizière ist doch kein deutscher Name..." ; Wikipedia sei dank wissen wir übrigens, er ist hugenottischer Abstammung und seine Familie floh erst vor kurzem, also im 17 Jh. aus Frankreich!

Und so wird sowohl im aktuellen als auch im alltäglichen Sinne die schwul-lesbische Sicht auf die Welt - oder genau genommen nach dem Motto "Durchgeknallt im Märchenwald"  gezeigt: "Die Gefahr, als Frau auf unserer Sitzung sexuell belästigt zu werden ist äußerst gering". Die Wahrscheinlichkeit, Spaß zu haben, ist nach unserer Erkenntnis allerdings ausgesprochen hoch. Voraussetzung ist nur der entsprechende Humor: "Als Prinz soll ich die 100 Jahre alte, voll zugestaubte, eingenässte Prinzessin küssen? Die stinkt bestimmt schlimmer als mein Pferd aus dem Hintern" räumt Manuel Rittich auf mit Mythen aus dem Märchenland. Bei anderer Gelegenheit animiert seine überraschend entblößte Hinterparty das Publikum zu andauernden lauten "Zugabe"-Rufen.

Feiern, Party machen und sich lustig machen gelingt der Röschen-Sitzung in 2016 ausgesprochen gut und natürlich geht es zwar vorwiegend um schwul-lesbische Themen, doch auch sonstige Gesellschaft und Politik kommen nicht zu kurz: Seit Jahrhunderten verlässt sich der Kölner Stadtrat auf die Heinzelmännchen, die nicht nur den Dom, sondern auch das "Provisorium" Musical Dom, die Deutzer Treppe und natürlich die Oper gebaut haben. Ist praktisch, denn man muss selber nicht arbeiten und Schuld haben die Heinzelmännchen auch noch, wenn denn alles schiefgeht. Was ja in Köln normalerweise dem Nubbel zukommt.

Dada Stievermann brilliert als Stiefmutter Puttel, deren Stieftochter „Aschen Puttel“ eine Kettenraucherin war und es mit sieben Männern trieb. Gesanglich stachen Nina Moers (Klopschinski) und George Le Bonsai hervor, der es schaffte, den ganzen Saal zu mehrfachem "Helau"-Gesang zu bewegen.

Goerge Le Bonsai gibt den Düsseldorfer und singt "Helau"

Toleranz kann man nicht einfordern, tolerant kann man nur sein - das Premierenpublikum stellte dies unter Beweis. Natürlich sind auch bewährte Gäste wieder mit von der Partie: So kann man sich die Röschen ohne die Einlagen der „Rosa Funken“ und der Tanzgruppe „Burning Feet“ eigentlich gar nicht mehr vorstellen.

Eine Stärke zumindest bei der Premiere in dieser Session: Das Publikum war die ganze Zeit bei dem Geschehen auf der Bühne dabei. In den Vorjahren fanden im Saal schonmal fast eigene lautstarke Parties statt. Sicherlich auch eine Stärke der diesjährigen Röschensitzung. Stand 17. Januar gibt es noch Karten für den 22. Januar, 29. Januar und 5. Februar 2016.

 

Text/Fotos: ms/ Gudrun Goossens / ms - 18. Januar 2016