Schnittchensitzung:  Brandneue Rezepte

 

Schon bevor die lesbische Sitzung angefangen hat, ist die Stimmung im Saal ausgelassen. Die Saalschnittchen ( das Publikum), feiern und tanzen sich schon mal warm. Beim Einmarsch des Ensembles mit „Einmal Prinzessin sein“ stehen alle klatschend Spalier.

Das Ensemble der KG Ützchen und Krützchen unter der Regie von Renate Krämer und Heidrun Groote spricht zahlreiche frauenpolitische und homosexuelle Themen an und serviert sie auf mundgerechten  Schnittchen. Das machen sie durchaus unterhaltsam und mit viel musikalischer Untermalung. 

Schnittchensitzung 2013 Die Akteurinnen

 

Dieses Jahr gibt es nicht eine Präsidentin, sondern alle acht Mitglieder des Ensembles sind Präsidentin und das besingen sie „mir han en Mötz, mir sin all Präsidentin“, frei nach den 3 Colonias. Und so haben sie alle eine Präsidentenkappe, die sie immer am Stock über sich halten, wenn sie abwechseln durch das Programm führen.

 

 


Es wird in einer Tanzgruppe ein Tanzmariechen gesucht, das aber in erster Linie lesbisch sein muss, nicht unbedingt tanzen können muss. Ist das jetzt Integration oder Inklusion? Oder doch eher Exklusion???

 

Schnittchensitzung 2013 steinerne Matronen 

Drei steinerne Matronen philosophieren darüber, dass man (oder frau) sich besser warme Pullover stricken sollte, da man sich in Russland jetzt warm anziehen muss, wo die Propaganda für Homosexualität, darunter fällt auch gleichgeschlechtliches Küssen, unter Strafe gestellt werden soll. Oder über den Unterschied zwischen Herd-Prämie und Hartz IV, Frauenquote und Betreuungsgeld.

 

Die Babuschki vom Eurovision Song Contest singen als Putinischkas ein Loblied auf Putin: „Wladimir ist schöne starke Mann“ und „Wladimir ist übel in Gefühl verletzt!“, als die „Martinas“, die Hausband der Schnittchen-Sitzung, als Pussy Riot auf die Bühne stürmen und sie mit Ihrer Punkmusik vertreiben.  

 Schnittchensitzung 2013 Käthe

Oder Imi Paulus, die ehemalige Präsidentin, die als bayrische Reisende, auf den Zug wartend, über den Bund der katholischen Ärzte herzieht. Sie erzählt in schönstem Bayrisch von einem Arzt, der ihr als Lesbe eine dystone Sexualstörung diagnostizierte und sagte:“ I kon Sie heile!“, mit 2 kg Globuli „Homo-Ex“.

 

Schnittchensitzung 2013 Hase 

 

 

 

 

 

 

Es gibt aber auch Nummern, die einfach nur witzig sind, wie der betrunkene Hase, der nach Hause kommt, vom Hunger geweckt wird und mit immer martialischerem Werkzeug versucht, eine Dose mit Maggi Suppe zu öffnen. Der Kampf des Betrunkenen mit der Materie. Wer kennt das nicht?

CSI Cologne ermittelt in einem mysteriösen Todesfall. Die Tote litt an hochgradiger „Gaffel“ose im „Früh“stadium und starb an akuter Unterfinanzierung. Sie konnte identifiziert werden: die Frauenkneipe! Es scheint sich um eine Epidemie zu handeln, es hat schon einige hingerafft. Gerüchteweise hält sich noch eine in Köln, sie leidet aber wohl auch schon an Unterfinanzierung, seit 14 Jahren! Die Frauenbuchläden hat die Epidemie schon alle ausgelöscht. Musikalische Untermalung: „Spiel mir das Lied vom Tod“!

Die Heilsschnittchen singen ein sehr schönes Krätzchen über Lust und Leid einer langen Beziehung, nicht nur einer Liebesbeziehung.

Schnittchensitzung 2013 Martinas

 

Die Hausband  „Die Martinas“ bringt mit ihren Auftritten mächtig Stimmung in den Saal, z. B. mit „Pirate“ von Kasalla als Mitmachnummer oder einem fast jazzigen Lied über den Aschermittwoch und „Halleluja“ zum wieder mitsingen. Uns hat sich beim Programm aber die Frage gestellt, warum soviel Musik über die Hausanlage von Datenträgern eingespielt wurde, anstatt die "Martinas" live zu hören.....

 

Die zahlreichen Gäste bringen meist musikalischen  Schwung in die Sitzung: Die Sambagruppe „Die Queerlas“  heizen gleich zu Anfang mächtig ein.

An anderen Tagen zeigt die „Frauenbewegung“ als reizende Flugbegleiterinnen einen heißen Tanz mit viel heftig bejubeltem Popowackeln.

„Puschi de Luxe“ schwingt die Puschel mit Kostümen und Musik aus den 20er Jahren und verwandelt sich dabei von Mann zu Frau.

Das 1. Lesbische Mariechen-Tanzcorps schwingt die Beine und stellt das Lied „Kölner Nächte sind herrlich“ sehr anschaulich dar. 

Schnittchensitzung 2013 Krissie Illing


Das Beste kommt zum Schluss:

Krissie Illing! Eine englische Comdian. Sie hat ein Blind Date „..ein blindes Termin…“und wartet auf Mister Wonderful, der natürlich nicht kommt. Das kann man nicht beschreiben, das muss man selber sehen!  60 Jahre später,  mit grauen Haaren, füttert sie Enten (alleine!) und legt nebenbei einen Stepptanz hin, indem sie ihre Krücke als Stock nimmt. Zwischendurch muss sie sich mal die Gelenke ölen.

Schnittchensitzung 2013 Krissie Illing

 

 

 

 

 

 

 Einfach wonderful!

 

Zum Abschluss dieser von den Saalschnittchen heftig gefeierten Sitzung tritt das ganze Ensemble als Gospelchor auf und singt: “Oh happy gay“.

Und so happy gay wird anschließend Party gemacht!

 


25. Januar 2013 / aktualisiert: 4. Februar 2013
Text/Fotos: ng/dk